
Löwenherz ist vier Jahre alt und entdeckt die Welt aus 90 Zentimetern Höhe. Von dort sieht alles anders aus. Sofas sind riesig. Baustellen fast Mythologie. Eine Pfütze ist ein Ereignis. Ein Taxi wichtig. Der Mond wichtig. Das Eis sowieso.
Seine Welt liegt am Stadtrand: die Wohnung, der Spielplatz ein paar Schritte weiter, die Koppel in Laufnähe, und mit dem Auto kurz hinein nach Berlin. Warm, wild und voller kleiner Dinge, die plötzlich groß werden: Regen auf Kopfsteinpflaster, Rutschen zwischen Bäumen, Katzenhaare auf dem Sofa, Wind auf der Koppel, Museumslicht, Matsch und Lichter im Abendregen.
Löwenherz erlebt die Welt nicht niedlich, sondern ernsthaft. Neugierig, mutig, sensibel und manchmal eigensinnig.
Zu seiner Welt gehören vier feste Figuren: Löwenherz selbst, die zwei Katzen Mya und Amy, und das Pferd Chicago Blues auf der nahen Koppel. Sie sind der feste Kern, um den sich der Tag dreht.
Neben den vier Hauptfiguren tauchen durchgehend auch Mama und Papa auf – als verlässliche Ankerpunkte, nicht als Erklärer – sowie andere Kinder vom Kitagarten und aus der Nachbarschaft.

Das Kind, für das alles groß ist.
Löwenherz fühlt mit dem ganzen Körper. Wenn er glücklich ist, rennt er los, wedelt mit den Armen, tanzt, dreht sich im Kreis. Er verhandelt über alles: „Erst Eis, dann Kita." „Löwenherz alleine!" Er beobachtet Kräne, Ameisen, Räder und den „Winkemann" vor dem Dönerladen, als könnte man durch sie die Welt verstehen. Für ihn ist nichts klein: der Mond nicht, ein Taxi nicht, ein Eis schon gar nicht.
Löwenherz hat Mama und Papa. Er liebt sie, braucht sie und fordert sie heraus – und erkundet die Welt von der sicheren Basis aus, die sie schaffen.
Löwenherz ist bewusst als Junge konzipiert: ein wilder, sensibler kleiner Mensch, der nicht über Action definiert wird, sondern über Wahrnehmung, Nähe, Trotz und Mut.
Die Katze, die Nähe sucht und immer da ist.
Mya ist klein, weiß, goldäugig und immer schon in der Nähe, bevor man sie gerufen hat. Sie schenkt Vertrauen sofort, verteilt stürmische Kopfnüsse und liegt am liebsten direkt auf Menschen drauf. Wenn sie Aufmerksamkeit will, schiebt sie ein Wasserglas langsam Richtung Abgrund. Dass es fallen wird, weiß sie genau. Sie macht es trotzdem.
Mya glaubt, dass die Welt freundlich ist. Also geht sie ihr entgegen.

Die Katze, die Zeit braucht.
Amy ist weiß und goldäugig wie Mya, aber runder, vorsichtiger, wachsamer. Sie beobachtet erst aus sicherer Entfernung und entscheidet selbst, wann Nähe richtig ist. Vertrauen entsteht bei ihr durch viele kleine, verlässliche Einladungen. Wer zu schnell ist, bekommt eine Erinnerung per Pfote.
Amy schenkt Vertrauen nicht sofort. Aber wenn sie es schenkt, bleibt sie.

Das Piratenpferd mit großem Herzen und eigener Logik.
Chicago Blues ist ein großes dunkelbraunes Pferd mit schwarzer Mähne, weißem Stern und Augenklappe. Er sieht nur noch wenig, deshalb schnuppert er sich vorsichtig durch die Welt: an Menschen, Zäunen, Jackentaschen und allem, worin vielleicht eine Banane versteckt sein könnte. Obwohl er so groß ist, erschrickt er sich ausgerechnet vor weißen Dingen. Vielleicht sogar vor Amy.
Chicago sieht die Welt anders. Und findet trotzdem seinen Weg.

Jedes Buch erzählt einen einzigen Tag und ein großes Lebensthema – das alle vier Figuren gleichzeitig erleben, jede auf ihre eigene Weise.
Begegnet Neuem vorsichtig und beobachtend.
Geht offen und vertrauensvoll auf die Welt zu.
Folgt seiner eigenen Logik und seinen vertrauten Ritualen.
Beobachtet die drei, vergleicht und entdeckt Schritt für Schritt Zusammenhänge.
Gleichzeitig lernt Löwenherz und der Leser, die Körpersprache seiner tierischen Freunde zu lesen:
„Stopp" – ein klares Signal, das Löwenherz respektieren lernt.
„Ich brauche einen Moment" – kein Ablehnen, sondern ein Bedürfnis.
Schreck, nicht Angriff – Angst hat viele Gesichter, auch bei großen Tieren.
Keines der Tiere verhält sich so, wie Löwenherz es sich wünscht. Jedes verhält sich so, wie es selbst ist – und genau darin liegt die Erkenntnis.
Ein Mixer ist kein Küchengerät, sondern ein Krach, der plötzlich zu groß wird. Ein altes Auto wird wieder neu, wenn es unter dem Sofa auftaucht.
Amy hebt die Pfote, wenn es ihr reicht. Chicago schnuppert nach Bananen. Löwenherz verhandelt über Eis, Kita und Geschenkautos.
Etwas soll sofort sein. Jemand will nicht mitmachen. Ein Geräusch ist zu laut. Ein Tier kommt zu nah – oder gerade nicht nah genug.
Erwachsene finden keine laute Moral, sondern echte Beobachtung. Das dritte Fragen nach dem Mond. Das Kind im Türrahmen, das noch nicht weiterwill. Momente, in denen kein Erklären hilft – sondern nur Dableiben.
Den Ernst eines kaputten Brötchens. Die Empörung über ein falsches Nein. Den Stolz, wenn etwas endlich alleine klappt. Die Erschöpfung nach einem Tag voller Kuchenkrümel, Luftballons und viel zu vieler Hände.
Die Bücher stellen sich nicht über Kinder. Sie nehmen kindliche Gefühle ernst, aber machen sie nicht schwerer, als sie sind.
Löwenherz erzählt einen einzigen, in sich geschlossenen Tag im Leben eines Jungen, zweier Katzen und eines Pferdes. Anders als die meisten Bilderbücher zu Kindergefühlen ist Löwenherz kein Ein-Konflikt-Buch: nicht eine Angst, ein Ereignis, eine Lösung.
Stattdessen zeigt Band 1 ein Gefühl in vielen kleinen, ganz unterschiedlichen Ausprägungen an einem normalen Tag – mal laut, mal leise, mal kurz, mal tief. Nichts davon muss überwunden werden. Es reicht, dass es da sein darf und irgendwann wieder vorbeigeht. Die eigentliche Gegenkraft zur Angst ist dabei nicht Mut, sondern Neugier: Löwenherz hat Angst und will trotzdem hinschauen. Je genauer er hinschaut, desto kleiner wird das, was ihm eben noch groß vorkam. Diese Bereitschaft wächst dabei nicht sprunghaft, sondern in ganz kleinen Schritten – mal reicht ein Blick aus sicherer Distanz, mal ein langer, genauer Blick, mal reicht es auch, einfach Nein zu sagen.
Löwenherz steht dicht vor dem Museums-Skelett, Kopf im Nacken, fasziniert statt ängstlich.
Die Geschichten folgen einer Wellenbewegung aus Anspannung und Entspannung. Herzklopf-Momente wechseln sich mit Augenblicken der Geborgenheit, des Staunens, der Freude oder des Humors ab. So entsteht ein ruhiger Vorleserhythmus, der Kindern Sicherheit gibt, ohne Gefühle zu bewerten oder auflösen zu wollen. Die Geschichten erzählen nicht, dass Angst verschwindet. Sie zeigen, dass sie zum Alltag gehört – genauso wie Mut, Neugier, Lachen und Geborgenheit.
Löwenherz ist körperlich sonst expansiv – rennt, wedelt mit den Armen. In Angstmomenten macht er sich sichtbar klein: Schultern hoch, Arme eng am Körper. Dazu ein wiederkehrendes Bildzeichen fürs Herzklopfen – zarte Bewegungslinien oder ein leichtes Leuchten an seiner Brust in jeder Angstszene.
Mama macht einen Smoothie. Der Mixer wird laut. Amy huscht unter den Stuhl, Mya bleibt gelassen sitzen. Löwenherz hält sich die Ohren und kneift sich die Augen zu, blinzelt aber und lukt zum Mixer.
Als es wieder still ist, spielt er mit seinen Dinos. „Vor dem Dino hab ich mal bisschen Angst." Papa nimmt den kleinen Dino in die Hand. „Die sehen wirklich gruselig aus." Er dreht den Dino nachdenklich zwischen den Fingern. „Zum Glück leben sie schon ganz lange nicht mehr." Löwenherz überlegt kurz. „Die können nicht kommen?" „Nein." Papa lächelt. „Wollen wir sie uns heute mal im Museum anschauen?"
Auf dem Weg dorthin kommen sie am Spielplatz vorbei. Oben auf der großen Rutsche bleibt Löwenherz stehen. Er schaut lange nach unten. „Die ist für große Kinder", murmelt er schließlich. Ein anderes Kind rutscht lachend an ihm vorbei. Löwenherz schaut ihm einen Moment nach. Dann steigt er die Leiter wieder hinunter.
Gleich daneben sitzen einige Kinder im Gras. In ihrer Mitte krabbelt eine kleine Spinne über einen Grashalm. Löwenherz bleibt stehen und schaut aus sicherer Entfernung zu. Dann geht er mit Mama und Papa weiter.
Im Museum bleibt Löwenherz vor einem riesigen Dinosaurierskelett stehen. „Die Zähne sind spitz", sagt er. Mama nickt. „Ja. Ganz schön spitz. Aber heute können sie niemanden mehr beißen. Die Dinosaurier sind schon sehr, sehr lange ausgestorben." Löwenherz schaut weiter. Ganz lange.
Danach besuchen sie Chicago auf der Koppel. Mya und Amy flitzen durchs hohe Gras. Als die beiden dicht an Chicago vorbeisausen, macht das große Pferd erschrocken einen Satz zur Seite. Löwenherz schaut überrascht zu ihm hinüber, dann streichelt er Chicago über die Nase.
Als es draußen dunkel wird, liegt Löwenherz im Bett. Im Zimmer sieht er einen großen Schatten in der Ecke. Er zieht die Decke bis ans Kinn. Dann hält er inne. Er denkt an den Dinosaurier im Museum und knipst die Nachttischlampe an. Mya blinzelt verschlafen vom Bettende. Amy hebt kurz den Kopf, maunzt empört und rollt sich wieder zusammen. Der Schatten ist nur der Stuhl mit seiner Jacke. Löwenherz lächelt, macht das Licht wieder aus und kuschelt sich in seine Decke.
Vermeiden mit Neugier – Ohren zuhalten, Augen zukneifen, aber doch hinblinzeln.
Bewusster Verzicht – Nein sagen, ohne dass es als Rückzug gewertet wird.
Beobachten aus Distanz – zuschauen, ohne sich zu nähern.
Volles Hinschauen – ein langer, genauer Blick, die Angst wird sichtbar kleiner.
Beiläufige Überraschung – auch andere erschrecken, egal wie groß und stark sie erscheinen.
Eigenständige Anwendung – er nutzt das Museum-Prinzip von sich aus, ohne Erklärung von außen.
Angst zeigt sich auf unterschiedliche Weise. Erst als seine Neugier langsam größer wird als sein Herzklopfen, beginnt Löwenherz genauer hinzusehen – nicht weil ihn jemand dazu drängt, sondern weil er selbst dazu bereit ist.
Löwenherz erzählt wieder einen einzigen, in sich geschlossenen Tag im Leben desselben Jungen, seiner zwei Katzen und des Pferdes.
Anders als die meisten Bilderbücher zum Thema Wünsche und Geschenke ist „Das neue alte Auto" kein Verzichts- oder Dankbarkeits-Buch: nicht „man muss lernen, auch mal Nein zu akzeptieren", nicht „sei dankbar für das, was du hast". Stattdessen zeigt Band 2, dass der Wunsch nach etwas Neuem und die Freude am Vertrauten nebeneinander bestehen dürfen. Das eine muss das andere nicht besiegen.
Die eigentliche Gegenkraft zum Verlangen nach Neuem ist dabei nicht Verzicht, sondern Aufmerksamkeit: Löwenherz bekommt sein Wunsch-Auto nicht – und entdeckt stattdessen im Lauf des Tages, bei Amy, bei Mya, bei Chicago und schließlich bei sich selbst, dass das Vertraute genauso viel Freude bereiten kann wie etwas Neues, wenn man genau hinschaut.
Diese Erkenntnis wächst dabei nicht durch eine einzelne Belehrung, sondern in kleinen, unabhängigen Beobachtungen, die sich erst am Ende zu seiner eigenen, selbst formulierten Entdeckung summieren.
Löwenherz kniet vor der Couch, das rote Feuerwehrauto in beiden Händen erhoben, das Blaulicht gedrückt, um das Auto ein kleines Funkeln. Im Hintergrund Papas überraschtes Lächeln.
LLöwenherz macht sich in Momenten der Enttäuschung sichtbar schwer: Schultern hängen, Unterlippe vorgeschoben, Blick nach unten. In den Momenten, in denen das Vertraute plötzlich wieder besonders wirkt, hellt sich sein Gesicht auf – Augen weit, Mundwinkel hoch. Dazu ein wiederkehrendes Bildzeichen: ein kleines Glitzern oder Funkeln um genau das Objekt, das gerade neu gesehen wird – der Papierball, die Sandstraße, Chicagos Sandbad, das Feuerwehrauto. Dasselbe Zeichen, jedes Mal an einem anderen Gegenstand.
Morgens wünscht sich Löwenherz unbedingt ein Geschenkauto. „Heute nicht", sagt Mama sanft. Löwenherz bricht in Tränen aus. „Ich will aber ein Geschenkauto!" Mama nimmt ihn in den Arm und streicht ihm über den Rücken. „Ich weiß. Du hättest jetzt so gern eins." Langsam wird das Weinen leiser.
Amy jagt fröhlich ihrer alten zerknüllten Papierkugel hinterher. Mya kommt zu Löwenherz, stupst mit ihrem Näschen eine Träne von seiner Wange. Löwenherz vergräbt sein Gesicht in ihrem weichen Fell. Dann schaut er zu Amy. „Wieso spielt Amy mit dem alten Ball?" Mama nimmt seine Hand. Gemeinsam gehen sie zur Kita.
Wie jeden Morgen begleiten Amy und Mya die beiden bis zum Blumenbeet am Ende der Straße. Amy springt auf die niedrige Mauer und balanciert bis zum Blumenbeet. Wie jeden Morgen wartet Mya schon dort. „Mya wartet!" Löwenherz kniet sich hin und streichelt sie noch einmal über den Kopf. „Das macht sie immer", sagt Mama lächelnd. Erst dann drehen Amy und Mya um und laufen nach Hause.
Im Garten der Kita bauen einige Kinder eine Straße im Sand. Löwenherz bleibt stehen und schaut ihnen zu, sein kleines Auto in der Hand. Ein Kind winkt: „Hier ist noch Platz!" Löwenherz setzt sein Auto auf die Straße. Ein anderes Kind legt einen Stein daneben: „Das ist die Werkstatt!" Ein drittes Kind legt einen Ast über die Straße: „Hier ist die Brücke!" Immer mehr Kinder machen mit. Bald fahren überall Autos durch die Sandstraße.
Nach der Kita geht es zu Chicago. Wie so oft läuft Chicago erst ein paarmal im Kreis, scharrt mit den Hufen den Sand zurecht, lässt sich dann mit einem Seufzer auf den Rücken fallen und wälzt sich genüsslich hin und her. Löwenherz lacht. „Das macht Chicago immer!" Als Chicago wieder aufsteht, ist sein ganzes Fell voller Sand.
Abends möchte Löwenherz Amy streicheln. Doch Amy flitzt unter die Couch. Löwenherz schaut ihr traurig hinterher. Zwischen den Sofabeinen blitzt etwas Rotes. „Mein Feuerwehrauto!" Er zieht es hervor, dreht die Räder, drückt auf das Blaulicht. Papa lächelt. „Ach schau mal. Das ist spannend!" Löwenherz schaut auf. „Ja! Aber das ist gar nicht neu!" „Tatüü tataaa!" Und schon saust das Feuerwehrauto durch die ganze Wohnung.
Enttäuschung – Löwenherz bekommt das Wunsch-Auto nicht und bricht in Tränen aus.
Stille Ablenkung – Amy jagt ihrer alten zerknüllten Papierkugel hinterher. Warum spielt sie mit dem alten Ball?
Vertrautes Ritual – Mya wartet wie jeden Morgen am Blumenbeet. Das macht sie immer.
Gemeinsames Spiel – das kleine Auto wird Teil einer großen Sandstraße. Das Vertraute bekommt neuen Glanz.
Beiläufige Freude – Chicago wälzt sich genüsslich im Sand. Das macht Chicago immer.
Eigenständige Entdeckung – Löwenherz findet sein altes Feuerwehrauto und erkennt: Das ist gar nicht neu – und trotzdem toll.
Löwenherz sucht etwas Neues und findet etwas Wertvolleres: einen neuen Blick auf das Vertraute. Die sechs Begegnungen bauen aufeinander auf und führen ihn Schritt für Schritt zu einer Erkenntnis, die am Ende ganz seine eigene ist. Niemand erklärt sie ihm. Er entdeckt sie selbst.
Löwenherz lebt von wiederkehrenden Momenten – Sätzen, Gesten, Ritualen und kleinen Katastrophen, die die Figuren sofort erkennbar machen. Nicht als Running Gags, sondern als vertraute Signaturen dieser Welt.
„Erst Eis, dann Kita." „Löwenherz alleine!" „Geschenkauto???" „Kaputt." „Bye-bye Mond." Er wedelt beim Rennen mit den Armen, prüft Räder, beobachtet Kräne und ordnet sich die Welt mit seinen eigenen Sätzen.
Kopfnüsse. Fellwölkchen auf dem Bauch. Wasserglas am Tischrand. Taschen, Schränke und Regale als Einladung. Mya kommt sofort. Sie ist Nähe, Wärme und Chaos in einem kleinen weißen Körper.
Laute Kommentare. Pfote, wenn es zu schnell geht. Überall mit hingehen. Gläser ausschlecken. Mya sauberlecken. Amy braucht Zeit, aber sie ist nie passiv. Sie spricht, protestiert, putzt, klaut und bleibt.
Augenklappe. Große Nase voran. Schnaufen. Banane suchen. Äpfel zu Apfelmus machen. Matsch an der Nase. Erschrecken vor weißen Dingen. Chicago bringt Weite, Körperhumor und eine andere Art von Mut.
Die Figuren von Löwenherz sind visuell klar voneinander unterscheidbar. Jede hat eine eigene Silhouette, eigene Bewegung, eigene Körpersprache.
Wuschelige dunkelblonde Haare, blaue Augen, rote Wangen. Kein perfektes Kinderbuchkind, sondern ein kleiner Mensch in voller Energie. Die Arme sind fast immer in Bewegung – beim Rennen, beim Erklären, beim Staunen. Löwenherz steht selten still.

Draußen: orangene Mütze, navy Jacke mit Totenkopf-Patch, graue Hose, darunter blitzt eine weiß rosa karierte Leggings hervor, goldene Sneaker. Das ist sein Erkennungszeichen – egal ob Kitagarten, Koppel oder Berliner Herbst.

Drinnen / im Sommer: Fußball-Trikot. Löwenherz läuft zuhause in Sporttrikots herum – weil das so ist. Weil viele Kinder das so machen. Und sie sich darin sofort wiedererkennen.

Kleine weiße Katze, schmal, goldäugig, leicht o-beinig, tapsig-eleganter Gang. Ein Fellwölkchen, das immer zu nah kommt und mit dem ganzen Körper spricht.

Weiße Katze mit goldenen Augen und einem schwarzen Fleck auf der Stirn, runder, weicher, kräftiger. Wachsam, oft auf Abstand, mit einem Blick, der erst prüft und dann entscheidet.

Großes dunkelbraunes Pferd, schwarze volle Mähne, weißer Stern auf der Stirn, schwarze Augenklappe. Die Nase oft tastend nach vorne, als würde er die Welt erschnuppern.
Die Konzeptillustrationen dieser Präsentation wurden als gestalterische Vorlage mit KI-Tools entwickelt und zeigen Figurencharakter, Farbsprache und Bildkomposition. Die finalen Illustrationen entstehen in Zusammenarbeit mit einer Illustratorin – im selben warmen, malerischen Stil mit klarer Farbsprache (Gelb, Orange, Rot, Blau, Holz, Beton) und starken Kontrasten zwischen Innen und Außen, Wohnung und Koppel, Enge und Weite.
Löwenherz ist in rhythmischer Prosa geschrieben – kurze Sätze, eigenes Gewicht, Pausen die zur Emotion gehören. Das Tempo folgt der Figur, nicht dem Metrum.
In jedem Band kehren bestimmte Sätze und Gesten wieder. Sie geben Kindern Halt und machen das Vorlesen zum Mitsprechen. Der Ankersatz von Band 1: „Ich hab mal Angst."
Die Figur spricht in ihren eigenen Sätzen – unverdünnt, direkt, komisch. „Erst Eis, dann Kita." „Löwenherz alleine!" „Geschenkauto???" Diese Sätze sind unverwechselbar und tragen die Reihe.
Die Interaktionen mit den Tieren werden durch lautmalerische Elemente ergänzt – Schnaufen, Tapsen, Schnurren. Diese werden grafisch im Layout hervorgehoben und laden Kinder zum Nachmachen und Mitspielen ein.
Vereinzelt reimen sich Zeilen über ein bis zwei Zeilen Abstand hinweg – nie als durchgetakteter Paarreim, sondern als leises Nachklingen beim Vorlesen. Der Reim ist Zugabe, nicht Struktur: Wo ein guter Reim Präzision oder Bildlogik kosten würde, entfällt er ersatzlos.
In einer Kinderbuchlandschaft zwischen lauten Konzeptbüchern und sehr süßen Tiergeschichten setzt Löwenherz auf genaue Beobachtung, starke Figurenbindung und eine warme, moderne Alltagswelt.
Löwenherz setzt bewusst auf einen empfindsamen Jungen als Hauptfigur, ohne ihn leiser, braver oder weniger wild zu machen. Jungen sind als Protagonisten emotionaler, nicht-actionlastiger Bilderbücher im Markt strukturell unterrepräsentiert – genau diese Lücke bedient Löwenherz. Seine Welt zeigt sich in konkreten Momenten: einem Mixer, der plötzlich zu laut wird, einem Dinosaurierskelett, vor dem die Angst kleiner wird, einem alten Feuerwehrauto unter der Couch, das auf einmal wieder wie neu wirkt.
Tiere sind im Bilderbuch vertraute Begleiter. Bei Löwenherz sind sie keine Symbolfiguren, sondern echte Gegenüber mit eigener Logik. Amy huscht beim Mixerlärm unter den Stuhl, Mya bleibt gelassen sitzen. Chicago Blues erschrickt ausgerechnet vor zwei kleinen Katzen, obwohl er selbst so groß ist.
So entsteht eine Figurenwelt, die zeitgemäß ist: urban, warm, körperlich, komisch und visuell klar wiedererkennbar.
Löwenherz entsteht aus genauer Beobachtung: eines Jungen, der mit dem ganzen Körper fühlt, zweier Katzen, die völlig verschieden Nähe zeigen, und eines fast blinden Pferdes mit eigener Logik.
Marie von den Benken schreibt seit Jahren über Alltag, Haltung und die kleinen Momente, die größer sind, als sie zunächst wirken. Löwenherz überträgt diese Beobachtungsschärfe ins Kinderbuch: warm, bildhaft und ohne Kinder zu erklären.
Löwenherz ist als Figurenwelt angelegt, zu der Kinder immer wieder zurückkehren möchten. Nicht wegen immer größerer Abenteuer, sondern weil sich vertraute Figuren immer neuen Alltagsthemen stellen.
Denkbar sind langfristig: Pappbilderbücher, Mini-Formate für jüngere Kinder, Hörbuch und Audio (die Reihe hat starke wiederkehrende Geräusche und Sätze), Plüschfiguren (besonders Mya, Amy und Chicagos Augenklappe haben ikonisches Potenzial).

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Die Welt von Löwenherz